Channelthing – a big picture

Bald (!) ist es soweit – unsere “nigelnagelneues” channelthing-Release wird für unsere Alpha-User released. Fast täglich erreichen uns mittlerweile neugierige Anfragen und um die Vorfreude noch ein bisschen anzuheizen, möchten wir euch heute die Kern-Features von channelthing vorstellen.

Also, was ist channelthing?

channelthing ist ein Microblogging-Tool für Teams, mit dem Nachrichten und Dokumente ausgetauscht werden können. Alle Informationen werden zentral zugänglich in einem Online-Kanal gespeichert, aufbereitet und annotierbar; der Begriff “Informationen” ist dabei weit gefasst: wir möchten sämtliche multimedialen Schnippsel einfangen, die bisher über E-Mail, File-Server oder Dropbox-ähnliche Service verteilt wurden. Diese können sowohl über ein Webinterface im Blog-Stil oder direkt per E-Mail an einen Channel gesendet werden. Über verschiedene Wege (RSS, E-Mail, …) verteilt der Channel die Informationen dann wieder an ihre Empfänger.

Jedes Team-Mitglied entscheidet bei channelthing, wie und wann es Nachrichten empfangen möchte. So können z.B. eingehende E-Mails direkt weitergeleitet werden oder nur einmal am Tag gebündelt als Zusammenfassung.

Wie ist der Service aufgebaut?

In channelthing gehört jeder Coworker – das ist unsere Bezeichnung für einen Benutzer – einer oder mehreren Companies an und kann in beliebig vielen Channels seiner Companies mitarbeiten. Als Mitglied einer Company hat man automatisch Zugang zu deren Channels.

Darüber hinaus können Coworker aber auch in Channels fremder Companies eingeladen werden und dort mitarbeiten – ohne, dass sie Mitglied der Company werden und ohne, dass sie Zugriff auf übrige Channels dieser Company haben. Dies ist dann sinnvoll, wenn z.B. Freelancer in einem Projekt eingebunden werden.

Scopes und Logins

Die Company ist in channelthing das höchste verbindende Element zwischen Coworkers. Daher befindet sich jeder Coworker während der channelthing-Nutzung in einem Company-Scope, d.h. es werden in allen Ansichten der Anwendung nur die Informationen angezeigt, die die jeweils ausgewählte Company betreffen, bis man sich zu einem bewussten Scope-Switch entscheidet und in eine andere Company wechselt.

Allerdings besitzt jeder Coworker genau einen channelthing-Login. Egal wie vielen Companies oder Channels er angehört – alle sind über ein globales Dashboard erreichbar.

Gemütlich quatschen in der Lounge

Jede Company besitzt beliebig viele Channels. Damit jedoch nicht für jedes Gesprächsthema ein neuer Channel gestartet werden muss, existiert für den gemütlichen Plausch zwischendurch die Company Lounge. Sie funktioniert genauso wie ein Channel auch, verbindet aber immer alle Mitglieder einer Company.

Projektbezogen arbeiten in Channels

Sie sind das Herzstück von channelthing. Hier treffen sich Coworker, um Themen- oder Projekt-bezogene Informationen zu sammeln, um Vorgehen zu planen, Termine zu finden, Dokumente oder Links auszutauschen und zu kommentieren. Wie bereits erwähnt müssen sie dabei nicht zwangsweise der ursprünglichen Company angehören, sondern können auch als “Externe” oder Freelancer in einem Channel mitarbeiten.

Channelthing channel view

Agieren und reagieren

Ob in der Company-Lounge oder im Channel: Das Teilen von Informationen soll einfach wie möglich von der Hand gehen – und daher existiert dafür auch nur ein Textfeld, das allerdings ein bisschen schlauer ist als andere. Du kannst Coworker mit einen @ direkt ansprechen und damit zur Reaktion auffordern, mittels #hashtags werden Nachrichten direkt getagged und sind so anschließend über sie Suche auffindbar oder abonnierbar. Auch Orts-Informationen können über eine L:-Syntax gekennzeichnet werden. Links zu Bildern oder Videos werden natürlich interpretiert und Texte mit einem abschließendem Fragezeichen? als Frage an das Team deklariert.

Unlimited Uploads

Allein Textinformationen reichen natürlich meist nicht aus und channelthing erwartet es geradezu, dass du es mit Dokumenten fütterst. Lade mehrere Dateien auf einmal hoch und schreibe noch währenddessen einen kurzen Text dazu. Audio-Dateien werden anschließend in einem Player abspielbar und Bilder verkleinert angezeigt. Über eine gesicherte Verbindung können deine Coworker die Dateien auch herunterladen.

Suchen und filtern

Last but not least: die Suchfunktion. Was nutzt ein Informationsspeicher, wenn man an die Informationen nicht mehr herankommt? Aus dieser Überlegung heraus, legen wir auf die Such- und Filtermöglichkeiten besonders wert.

Channelthing - Filter

Zurzeit sind “Coworker”- und “Message Type”-Filter sowie eine Volltextsuche vorhanden, in der Entwicklung befinden sich außerdem eine Indizierung und Volltextsuche von hochgeladenen Text-Dokumenten (z.B. PDF), sowie eine als Feed oder per E-Mail abonnierbare Suche über Tags/Coworker-Kombinationen.

It’s all scriptified

JavaScript macht channelthing an vielen Ecken noch runder: Sei es der Hintergrund-Upload bei Dokumenten, das Einladen von Coworkern oder das Ändern von Company-Logos ohne Reload. Wir legen wert darauf, dass der kreative Arbeitsprozess nicht durch unnötige Kontextwechsel aus dem Fokus rückt.

Wenn dein Rechner allerdings aus Sicherheitsgründen kein JavaScript erlaubt: keine Sorge, bei uns läuft auch alles ohne.

Wann gehts los?

Das aktuelle alpha-Release liegt gerade auf unserem Staging-System und wird sich noch ein paar kritischen Tests unterziehen müssen. Vermissen wir noch eine Funktion? Wie fühlt es sich an? Um diese Fragen zu klären haben wir ein paar Leute aus unseren engsten Entwickler-Kreis eingeladen.
Voraussichtlich in der nächsten Woche wird es dann soweit sein, dann werden wir auch weitere Einladungen rausschicken. Falls noch nicht gemacht, tragt euch am besten direkt in unseren Verteiler ein!

One more thing… ;-)

Zusammen mit @flxmllr werkeln wir gerade auch noch an einem iPhone-Client für channelthing. Seid gespannt!

CSCW in a nutshell

Computer Supported Cooperative Work

Dieser Text mag sehr wissenschaftlich klingen – aber er ist berechtigt, da ich über Channelthing als ein Kooperationstool schreiben möchte – und ja, wir bewegen uns dann zwangsweise in der Domäne der Computer Supported Cooperative Work (CSCW). Wenn man über Kooperationstools im Web liest, wird auch der Begriff der Internet Supported Cooperative Work (ISCW) angesprochen [1], auf eine solch detalliertere Unterscheidung soll in diesem Text allerdings verzichtet werden, da ich zunächst Grundlagenwissen aufrollen möchte. Das Wissensgebiet der CSCW wird nach Judith Bishop definiert als “[...] the study of how people use technology, with relation to hardware and software, to work together in shared time and space.” Es ist kurzum eine Lehre, um ein Verständnis über Gruppenaktivitäten zu erlangen und entsprechende computerbasierte Tools dafür einzusetzen, diese Aktivitäten zu unterstützen. Zu solchen Tools zählen viele Devices unseres alltäglichen Lebens: das Telefon, Email, etc. Doch um jetzt Tools zu implementieren, die jene Gruppenaktiviät wirklich unterstützen, möchte ich ein essenzielles Modell vorstellen, das CSCW-Anwendungen charakterisiert.: Das CSCW-Quadranten-Modell

Die Dimensionen der CSCW-Quadranten: Raum und Zeit

Grundliegende Parameter der Kommunikation zwischen Gruppenmitgliedern ist die Zeit und der Ort. Mit den vier CSCW-Quadranten differenziert man verschiedene räumlich oder zeitlich ge- oder entkoppelte Kooperationssituationen:

Space and Time as dimensions of distributed collaborative work

Das zu unterstützende Tool sollte je nach Anwendungsdomäne bestimmte Quadranten in diesem Modell abdecken (einen oder auch alle). Der Vorteil von CSCW-Applikationen, die alle vier Bereiche abdecken, ist die Abdeckung vieler Kooperationssituationen, die in alltäglichen Projektarbeiten aufkommen. Daraus ergibt sich aber auch der Nachteil bezüglich der zu benutzenden Anwendung: die Komplexität. Aufgrund verschiedener Merkmale von Channelthing (zugrunde liegende Webtechnologie, kein Expertenwissen der User bezüglich Webapplikationen, Vermeidung zu hoher Komplexität der Anwendung) haben wir Channelthing insofern eingegrenzt, als dass wir grundsätzlich das asynchrone Arbeiten unterstützen wollen.

Nichts ist kompliziert

Das Modell klingt/sieht sehr einfach und selbsterklärend aus – und das ist es auch. Ich möchte jedoch verdeutlichen, dass eine Betrachtung solcher Modelle eine Basis für die Entwicklung von Tools zur Kooperationsunterstützung notwendig ist, um entsprechende funktionale oder nicht-funktionale Anforderungen der zukünftigen CSCW Applikation aufzudecken, diese mit den Usern zu validieren und letztenendes eine für die User in einem bestimmten Arbeitskontext zugeschnittene Applikation zu entwerfen und zu entwickeln.

Das Quadranten-Modell ist bei weitem nicht das einzige, dass zu einer Analyse herangezogen werden kann. Es können weitere Kriterien anhand eines Systemvergleichs herangezogen werden (funktionale, architektonische und zeitliche Kriterien) [1] oder z.B. der Intensitätsgrad der Zusammenarbeit innerhalb einer Gruppe untersucht werden (3K-Modell) [2].

Für weitere Informationen möchte ich auf folgende Literatur verweisen:

[1] http://polelo.cs.up.ac.za/papers/CSCW%20survey-saicsit2006.pdf

[3] http://jungla.dit.upm.es/~saguirre/publications/CollaborateCom2006_2.pdf

[3] http://www.rppr.de/infopool/groupware/node12.html

und http://server02.is.uni-sb.de/courses/wiki/CSCW

Es geht weiter

- und diesmal auf deutsch, da dieses Weblog künftig zweisprachig fortgeführt wird. So ist’s wohl einfacher unsere Idee eines themen- und diskussionsreichen Weblogs zu verwirklichen: Denn nicht die technischen Updates zu channelthing sollen hier künftig im Vordergrund stehen, vielmehr möchten wir uns aus dem so umfassenden Themengebiet team collaboration immer mal wieder einen Aspekt herauspicken, der uns bei der Entwicklung von channelthing besonders beschäftigt hat.

Dies können mitunter ganz grundlegende Dinge sein, wie die Beschreibung und Analyse realer Team-Workflows, so wie wir sie in unserem Umfeld beobachtet und im Konzept berücksichtigt haben. Auch über unser Interface Design möchten wir gern diskutieren, von technischen Details einzelner Funktionen berichten oder einfach mal die Überwindung konzeptioneller Hürden feiern.

Die Entwicklung von channelthing ist aufregend – zu aufregend, um einfach nicht darüber zu bloggen. :)

Hello, we’re Railslove and this our weblog about channelthing.

So, we’re Railslove: Michael Bumann, Jan Kus and Tim Schneider - a small team of passionate Ruby on Rails hackers from Cologne, Germany, currently working on our new app channelthing.
It’s about team collaboration with all its tricky facets. Since we three guys met in early 2007, we started thinking of a usable solution to organize our daily communication and keep track of our activities. E-Mail is a very limited tool in this context and any of those micro blogging/sharing tools like tumblr oder twitter or yammer or whatever wasn’t really able to satisfy our needs. So we’ve decided to solve this problem on our own.

… and this is the place, where we’ll keep you informed about it. Grab our Feed, sign up for the preview release and relax: Our interpretation of a working online team collaboration is coming.