Computer Supported Cooperative Work
Dieser Text mag sehr wissenschaftlich klingen – aber er ist berechtigt, da ich über Channelthing als ein Kooperationstool schreiben möchte – und ja, wir bewegen uns dann zwangsweise in der Domäne der Computer Supported Cooperative Work (CSCW). Wenn man über Kooperationstools im Web liest, wird auch der Begriff der Internet Supported Cooperative Work (ISCW) angesprochen [1], auf eine solch detalliertere Unterscheidung soll in diesem Text allerdings verzichtet werden, da ich zunächst Grundlagenwissen aufrollen möchte. Das Wissensgebiet der CSCW wird nach Judith Bishop definiert als “[...] the study of how people use technology, with relation to hardware and software, to work together in shared time and space.” Es ist kurzum eine Lehre, um ein Verständnis über Gruppenaktivitäten zu erlangen und entsprechende computerbasierte Tools dafür einzusetzen, diese Aktivitäten zu unterstützen. Zu solchen Tools zählen viele Devices unseres alltäglichen Lebens: das Telefon, Email, etc. Doch um jetzt Tools zu implementieren, die jene Gruppenaktiviät wirklich unterstützen, möchte ich ein essenzielles Modell vorstellen, das CSCW-Anwendungen charakterisiert.: Das CSCW-Quadranten-Modell
Die Dimensionen der CSCW-Quadranten: Raum und Zeit
Grundliegende Parameter der Kommunikation zwischen Gruppenmitgliedern ist die Zeit und der Ort. Mit den vier CSCW-Quadranten differenziert man verschiedene räumlich oder zeitlich ge- oder entkoppelte Kooperationssituationen:

Das zu unterstützende Tool sollte je nach Anwendungsdomäne bestimmte Quadranten in diesem Modell abdecken (einen oder auch alle). Der Vorteil von CSCW-Applikationen, die alle vier Bereiche abdecken, ist die Abdeckung vieler Kooperationssituationen, die in alltäglichen Projektarbeiten aufkommen. Daraus ergibt sich aber auch der Nachteil bezüglich der zu benutzenden Anwendung: die Komplexität. Aufgrund verschiedener Merkmale von Channelthing (zugrunde liegende Webtechnologie, kein Expertenwissen der User bezüglich Webapplikationen, Vermeidung zu hoher Komplexität der Anwendung) haben wir Channelthing insofern eingegrenzt, als dass wir grundsätzlich das asynchrone Arbeiten unterstützen wollen.
Nichts ist kompliziert
Das Modell klingt/sieht sehr einfach und selbsterklärend aus – und das ist es auch. Ich möchte jedoch verdeutlichen, dass eine Betrachtung solcher Modelle eine Basis für die Entwicklung von Tools zur Kooperationsunterstützung notwendig ist, um entsprechende funktionale oder nicht-funktionale Anforderungen der zukünftigen CSCW Applikation aufzudecken, diese mit den Usern zu validieren und letztenendes eine für die User in einem bestimmten Arbeitskontext zugeschnittene Applikation zu entwerfen und zu entwickeln.
Das Quadranten-Modell ist bei weitem nicht das einzige, dass zu einer Analyse herangezogen werden kann. Es können weitere Kriterien anhand eines Systemvergleichs herangezogen werden (funktionale, architektonische und zeitliche Kriterien) [1] oder z.B. der Intensitätsgrad der Zusammenarbeit innerhalb einer Gruppe untersucht werden (3K-Modell) [2].
Für weitere Informationen möchte ich auf folgende Literatur verweisen:
[1] http://polelo.cs.up.ac.za/papers/CSCW%20survey-saicsit2006.pdf
[3] http://jungla.dit.upm.es/~saguirre/publications/CollaborateCom2006_2.pdf
[3] http://www.rppr.de/infopool/groupware/node12.html
und http://server02.is.uni-sb.de/courses/wiki/CSCW